Archiv für Juni, 2007

Sommerlochpause und so

Nur damit keiner meint, hier wäre Schicht im Schacht. Mir wird ’s grade bißchen Zeit, ein wenig Abstand zu nehmen von der Schreiberei und v.a. auch meinen Lieblingsinhalten, die mir durch die Notwendigkeit, über sie zu lesen und zu schreiben zuletzt doch gehörig auf den Sack gingen. Über andere Themen zu schreiben geht auch nicht, dazu sind mir die nicht wichtig genug *seufz*. Also erstmal a Päusle.

Wen ’s interessiert, der kriegt da rechts in der Leiste ab und zu einen Link serviert, der mich beim Lesen beeindruckt/amü- siert/empört usw. hat.

Alsdann, beizeiten geht ’s hier dann auch wieder weiter.
Bis dahin, nicht vergessen rechtzeitig einen neuen Perso zu holen!

Keine Kommentare

Überwachung bei arte

Kurz ein paar Tipps und Hinweise:

Heute abend Themenabend "Wir werden alle überwacht" bei arte:

"Überwachungskameras, Biometrie, unter der Haut eingepflanzte RFID-Mikrochips… George Orwells Zukunftsvisionen sind längst Wirklichkeit geworden. Und nach dem 11. September ist die Bereitschaft der Menschen, im Namen der Sicherheit Beschneidungen ihrer Freiheit hinzunehmen, noch gewachsen."

20.40h Kontrolle total
21.35h Widerstand.com
22.05h Big Brother City
22.35h Debatte

Und im Redblog finden sich dazu passend noch ein paar weitere Filmtipps

Update:
Ich hab zwar noch drüber gebloggt, es am Ende aber selbst vergessen. Ergo die Sendungen auch nicht aufgenommen, aber bei Netzpolitik gibt es Links zu anderen, die besser bei Kopfe waren …

Keine Kommentare

ZDF – THC – ohjeh ohjeh

Via Netzpolitik stieß ich auf das Rauschfeature, das im ZDF gelaufen ist. Auf der Seite beim ZDF kriegt man leider nichts mehr aus der Sendung, dafür aber das Video "Gefährlicher Rausch" aus der ZDF-Mediathek.
(Anm.: Mglw. kam das Video auch in der Sendung – kann ich dank spärlicher Angaben nicht nachvollziehen. Schaut man sich das Video jedenfalls an, so ist es für den zdf-infokanal gemacht und läuft dort unter Kultur (Lacher am Rande!))

Ich hab mir das Filmchen mal angetan, aber leider taugte es recht gut zum Laune versauen. Legendenpflege und Schwarzmalerei mit seriös-besorgter Stimme aus dem Off – wir meinen ’s ja nur gut.

Da wird wieder mal die Mär von den ach so starkgezüchteten Cannabispflanzen aufgefahren, die so eine viel größere Gefährdung darstellten als früher in den 60-70ern, als noch alles gut war. Mir gefällt an dieser Argumentation, dass der Cannabiskonsument als solcher offenbar schon vor dem Konsum so verballert ist, dass er keine Dosierungsentscheidung treffen kann, sondern mechanisch-automatisch 0,875 g pro Konsumeinheit verarbeitet, egal was ihm da in die Finger kommt und dann dem Rauscherleben völlig ausgeliefert ist. Haarsträubend.
Cannabisbefürworter argumentieren gern mit der Gefährlichkeit von Alkohol, was ich nicht tun will. Auf den Wirkstoffgehalt passt das aber mal wieder wie die Faust aufs Auge: Der Alkoholkonsument trinkt immer 0,4 l, egal was im Glas ist.

Weitere Unsauberkeiten:

  • Die Pflanzen seien nicht nur auf Wirkstoffgehalt, sondern auch auf Robustheit gezüchtet und gediehen mittlerweile "in jedem Kleiderschrank". Hüstel. Mal ganz abgesehen von natürlich entwickelten, robusten Arten aus Südsibirien sollte man den Unterschied zwischen einem Zucht- und einem Kleiderschrank doch kennen und benennen, wenn man eine seriöse Reportage macht.
  • Ein langsamer Kameraschwenk über diverse Cannabisprodukte – und zwischen getrockneten Pflanzenstengeln und dünnen Haschischplatten liegen ganz unschuldig: Mohnkapseln. Wie bitte?
  • THC krebsförderung und zu Hirnkrankheiten führend? Hätte man vllt. besser erläutern sollen, was dabei gemeint ist.
  • Ein Arzt bringt Konsumerfahrung und Abhängigkeit gefährlich nahe zusammen ("10-15% problematische Konsummuster" … "bis zu 50% sind cannabiserfahren"). Das ist nicht unsauber formuliert, ob es aber beim Rezipienten sauber getrennt wird, ist nicht automatisch gegeben.
  • Auch böse: Ein anderer Arzt sprach von einem Zusammenhang zwischen THC-Gehalt und Begleiterkrankungen (sprich: Psychosen) bei Konsumenten. Aus dem Zusammenhang darf man aber eben grade nicht eine Wirkrichtung (Kausalität) ableiten. Eine Korrelation besagt halt grade nicht, dass das eine das andere bedingt oder umgekehrt.

Ansonsten die üblichen Zutaten für eine Abschreckungsreportage. Reumütige Früh-Twens, die von ihrer verschwendeten Jugend berichten (1), besorgte Ärzte und Betreuer, die die Gefährlichkeit von juvenilem Konsum betonen (2) und zum guten Schluss noch Verkehrskontrollen mit Drogenschnell-Wisch-Tests und zwei exemplarischen Erwischten (3).

Ad 1)
So traurig ein Einzelschicksal sein kann, argumentativ ist es praktisch der Nachweis der Hilflosigkeit. Mit Einzelbeispielen wird nichts bewiesen. Hypothesen kann man nicht belegen, höchstens widerlegen. Dass Cannabis so harmlos sei wie Muttermilch hat aber noch selten einer behauptet.

Ad 2)
Die will auch keiner ernsthaft bestreiten. Es ist nun mal risikoreich, sich in einer (wichtigen) Entwicklungsphase regelmäßig irgendwelchen Psychopharmaka auszusetzen. Kann keiner ernsthaft bestreiten. Belegt aber deswegen nicht die besondere Heimtücke oder Gefährlichkeit von Cannabis.

Ad 3)
Da gab es doch mal den netten kleinen Rummel um Kokain auf Bundestagstoiletten und etwas später fand sich, dass überhaupt praktisch alle Banknoten Kokainspuren tragen. Da sind Anhaftungen am Lenkrad (im Filmbeispiel Kokain, Metamphetamin und Cannabis) eben grade kein Beweis, dass im Auto konsumiert worden sei. Es würde schon gereicht haben, Geld angefasst zu haben; oder zu nächtlicher Zeit am Wochenende auch nicht grade weit hergeholt, in einem Club gewesen zu sein, Türklinken und Handläufe angefasst zu haben.

Zum Schluss betont noch ein dritter Mediziner die Gefährlichkeit mit der Zahl von über 10.000 Cannabiskonsumenten, die innerhalb eines Jahres eine Therapieinrichtung aufgesucht hätten (aufsuchen ist ein weitläufiger Begriff und beinhaltet ja z.B. nicht, dass die Einrichtung auch von allen gesagt haben, dass Therapiebedarf besteht). Vorher wurde im Beitrag die Zahl von 3 Millionen Bundesbürgern genannt, die halbwegs regelmäßig Cannabis konsumieren würden (allerdings kenne ich auch deutlich höhere Schätzungen). 10.000 sind davon 0,3 % …
Nur um eine Relation zu haben komm ich jetzt nochmal mit dem Alkohol. Wenn man davon ausginge, dass jeder Bundesbürger Alkohol trinkt, wäre der Prozentanteil der Alkoholkranken bei 5,4 % (angenommen 80 Mio. Bürger und 4,3 Mio. Alkoholkranke (von hier)). Nachdem es auch Abstinenzler gibt …

Prädikat: Für Interessierte grenzwertig sehenswert, als Information für Laien nicht empfehlenswert.

Keine Kommentare

Wegschauen und Verfahren verschleppen

So stellt sich der Vizepräsident Glombitza der Polizeidirektion Dessau offenbar das angemessene Vorgehen gegen Rechtsextremismus vor, getreu dem Motto, dass nicht in die Statistik kommen darf, was man nicht drin stehen haben will. Seine Vorschläge an Beamte, die für den Staatsschutz ermittelten, waren, dass man doch "nicht alles sehen müsse". Begründet habe er diese Anweisung damit, dass so eine miese Statistik das Ansehen Sachsen-Anhalts nachhaltig schädige. Er hat sich noch davor gehütet, die Beamten direkt anzuweisen, Berichte nicht zu schreiben – aber er schlug ihnen auch vor, sowas könne man in die Länge ziehen und Berichte "langsamer schreiben". (Netzeitung, Tagesschau)

Wahrscheinlich sind die Beamten, die nach dem Angriff auf die Theatergruppe in Halberstadt untätig wurden, ganz im Sinne von Glombitza (nachzulesen beim Spiegelfechter).

Ich bin ja kein Jurist, aber das riecht für mich verdächtig nach Strafvereitelung im Amt, was sich der Glombitza da erlaubt. Immerhin hat sein Ministerpräsident Böhmer auch schon angedeutet, dass Glombitza ein "riesiges Problem" (Netzeitung) bekommen werde, wenn sich bestätigt, was die Staatsschützer ausgesagt haben.

Die wurden nach Bekanntwerden ihrer Aussagen auch erstmal unschädlich gemacht und tun jetzt als Experten für Rechtsextremismus Dienst auf Streife und bei der Überwachung des fließenden Verkehrs.

Irgendwie werd‘ ich den Gedanken vom antifaschistischen Schutzwall nich los …

Keine Kommentare

Remember Zak McKracken?

Tja leider, zwei Köpfe hatte es nicht, aber die Story an sich erinnerte mich doch sehr an den ollen Klassiker. Nur leider geht die Geschichte für das reale Eichhörnchen so schlecht aus, wie im Spiel, wenn man die Erdnüsse vergessen hatte: Es wurde erschlagen. Schade.

An Zak McKracken könnte man vielleicht auch festhalten, wenn es um die Ursachenforschung für den zunehmenden Irrsinn geht. Verblödung via Telefon wäre noch eine neue Alternative. Und dazu in Zeiten von allgegenwärtig mitgeführten Mobiltelefonen auch noch weitaus effektiver als dazumal.

Der Logik zufolge scheint Staatsrechtler Ulrich Battis kein Mobiltelefon zu haben. Er zerpflückt nämlich die Tornado-Überflüge zum G8-Gipfel in aller Deutlichkeit:

Netzeitung.de: Zurück zu den Tornados: Das Verteidigungsministerium sprach ja im Nachhinein von «Übungsflügen».
Battis: Da hört’s dann wirklich auf. Stellen Sie sich mal vor, sie sitzen als Demonstrant auf dem Acker und dann fliegen 150 Meter über Ihnen Tornados über Sie hinweg. Sie haben dann bestimmt nicht das Gefühl, dass sie ihr Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit in einer Zivilgesellschaft ausüben. Sie haben das Gefühl, Sie sind im Krieg. Dieser Eindruck verstärkt sich dann noch, wenn Polizeihubschrauber kommen und sich Polizisten abseilen. Das weckt bei mir Erinnerungen an den Vietnam-Krieg.
Netzeitung.de:
Gibt es dafür eine einwandfreie juristische Rechtfertigung?
Battis: Wie gesagt: Sie können das formal irgendwie begründen. Aber bei Lichte gesehen, würde ich sagen: Hier kommt es zu einer Militarisierung der Demonstrationsfreiheit.
Netzeitung.de: Das heißt: Sie pflichten den Kritikern bei, die sagen, der Tornado-Einsatz war nicht nur politisch unklug, sondern auch dumm.
Battis: Die haben vollkommen recht. Das ist nicht nur politisch dumm oder instinktlos. Meines Erachtens sind auch die verfassungsrechtlichen Grenzen überschritten.“

(Netzeitung)

Und jetzt der OffTopic-Teil:
Das war jetzt der 83. Eintrag in meinem Blog, und das 2. aSyNchrone Jahr kann beginnen. Der Schreibdrang wächst, die Schüchternheit schwindet, an Theman mangelt es nicht (auch wenn das eher wünschenswert wäre).
Gedankt sei an der Stelle nicht nur denjenigen, die mir erfolgreich das Forenschreiberdasein vergällt haben, sowie denen, die mir immer wieder was zum Drüberschreiben liefern, sondern natürlich auch der versprengten handverlesenen Schar, die sich ab und zu zufällig oder absichtlich hierher verlaufen.
Happy Birthday to me 🙂

Keine Kommentare

Eiliger Hinweis: Zeugen für G8 gesucht

Wie im Politblog zu lesen, sucht die Staatsanwaltschaft Rostock dringend die Person(en), die auch schon in der Presse zitiert wurden, als es um die Enttarnung eines agent provocateur bei der einen Blockade beim G8-Gipfel ging.

Die Rechtslage scheint recht heikel, jedenfalls liegt im Moment wohl nur ein Anfangsverdacht vor, der weitere Ermittlungen rechtfertigt. Dazu reichen Zeitungsartikel. Für mehr muss wohl schon eine handfeste Zeugenaussage her.

Also auch wenn "mich" wohl nach wie vor nicht wirklich die großen Massen lesen 😉 –> multipliziert das mal, dass sich diejenigen, die an dem Tag an dem Ort waren, auch trauen, sich in Rostock zu melden.

Ich schließe dann hier schon mal wieder, vllt. schaff ich morgen eine winzig kleine Besonderheit hier, schauen wir mal 😉

Keine Kommentare

Das hat Komik: Linksruck in der JuSo-Spitze

Wieder mal wurde ich in der Netzeitung fündig. Sieht eigentlich gar nicht so wild aus, die Meldung, "SPD-Führungsnachwuchs wechselt nach links". Aber dann, hoppla.

Es geht da um "fünf hochrangige Nachwuchskräfte" der SPD Niedersachsen, die sich mit dem schwarz-roten großkoalierten Kurs der SPD nicht mehr anfreunden können und daher wohl heute geschlossen ihre Parteibücher zurückgeben wollen.

Parteilos will man aber nicht bleiben, und daher ist ein Eintritt in die sich kommenden Samstag aus der Linkspartei und der WASG zusammenfusionierende Die Linke geplant.

Aber hallo. Wenn sogar hoffnungsfrohe Pöstchenanwärter der Partei den Rücken kehren, man möchte fast meinen, dann müsste auch eine große Partei mal den Schuss hören. Zu befürchten ist wohl eher, dass man den Scheidenden noch bißchen nachtritt und sonst nichts lernt.

Keine Kommentare

Verschärfung der Maßnahmen

Wie war das doch noch bei der Einführung des RFID-bestückten Reisepasses, das Zuckerl dran war doch, dass man dann visafrei in die USA reisen könne (und seine ED trotzdem bei der Einreise abgeben muss). Nun, das hat sich demnächst erledigt, steht in der Netzeitung.

Künftig muss man sich wohl zwei Tage vor dem Abflug online (!) registrieren und einen Fragebogen ausfüllen. Wo hab ich denn mal diese Posse auf so einen denkbar naiven Fragebogen gelesen, als – wenn ich mich recht erinnere ein älterer Italiener – ein Einreisender auf dem noch im Flugzeug ausgegebenen Fragebogen alle Fragen mit "Ja" ankreuzte:

Haben Sie ansteckende Krankheiten? – [X] JA
Nehmen Sie Drogen? – [X] JA
Waren Sie jemals an Völkermord beteiligt? – [X] JA
Waren Sie jemals an Spionage beteiligt? – [X] JA
Waren Sie jemals an Sabotage beteiligt? – [X] JA
Waren Sie jemals an Terroranschlägen beteiligt? – [X] JA

Das gab dann zumindest in der kleinen Geschichte denkbare Verwicklungen und bedurfte einiger Klärungen, bis der Herr dann tatsächlich doch einreisen durfte.
Andererseits reicht heute schon eine Tätigkeit bei der UN, um nicht mehr in die USA einreisen zu dürfen, mag man dieser Geschichte hier Glauben schenken.

Jedwede leise Kritik an der Datensammelwut wird erwartungsgemäß mit dem Totschlagsargument Terror abgebügelt: "Was würden die Angehörigen der Opfer sagen?" (US-Heimatschutzminister Michael Chertoff)

So, das war das eine Samstagsdrama.

So kurz nach dem G8 gibt es da aber noch mehr, und auch da wurde ich in der Netzeitung fündig.

Wegen der Geschehnisse von Rostock fordert ein Staatssekretär Hanning aus dem Innenministerium eine stärkere Überwachung der autonomen Szene, da zu befürchten sei, "dass die antikapitalistischen Proteste auch nach dem Gipfeltreffen von Heiligendamm der G-8 fortgesetzt würden". (*kopfkratz* *?*)

Andererseits, wenn die autonome Szene jetzt so originell definiert wird, wie linksextrem im Verfassungsschutzbericht (S. 192):

Linksextremisten werten die Verschärfung der Sicherheitsgesetze nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 als eine neue Qualität "staatlicher Repression". Sie nehmen auch die Sicherheitsmaßnahmen [..] zum Anlass, den aus ihrer Sicht permanenten Ausbau des Überwachungsstaates und die repressive Wirkung der dabei eingesetzten neuen Technologien anzuprangern, wie z. B. RFID-Chips, Gen- oder Biometrische Datenbanken, Kameraüberwachung öffentlicher Plätze.

– dann, ja dann, dann sind wir heute und in Zukunft alles Autonome.
(Vor paar Jahren wurden wir zu Amerikanern erklärt, heute sind wir Autonome, was kommt da noch alles?)

Besonders originell find ich ganz persönlich das Überwachungsgeschrei zu diesem Zeitpunkt, nachdem im Moment absolut noch nicht geklärt ist, welche Rolle der enttarnte Maulwurf und seine unerkannt entkommenen Kollegen bei den Protesten so spielten. Viel privates Bildmaterial wird erst in der nächsten Zeit gesichtet werden, und nach den wachsweichen, der Realität sehr schön angepassten Statements "nein, gibt es nicht" -> "ja, gibt es, aber nur beobachtend" wartet man förmlich auf das Dritte "ja, nostra culpa, wir haben angefangen". Nein, ich bin nicht soviel Fantast, dass ich daran glauben würde. Aber zur Gänze übergehen wird man das wohl – hoffentlich! – nicht können.

Keine Kommentare

Eindringlicher Erfahrungsbericht

Im Politblog hat Florian seine ganz persönlichen Erlebnisse bei der Großdemo in Rostock heute vor einer Woche niedergeschrieben.
Sehr beeindruckend.
z.B. hier:

Wenn Sie sehen, dass ein Polizist den Helm abnimmt, sich von seiner Einheit absetzt und einem auf Anfrage erzählt, dass es nicht mit normalmenschlichen Dingen zugeht, dann wissen Sie, was in Deutschland passiert und was ganz speziell in Rostock vor sich gegangen ist.

oder auch hier:

Es wäre noch schlimmer als zu DDR-Zeiten, wetterte sie aufgebracht. Ihre Enttäuschung brachte sie mir gegenüber zum Ausdruck, indem sie sagte: “Die armen Leute werden dort jetzt zusammengehauen. Ich wundere mich, warum dort noch keiner ruft ‘Wir sind das Volk!"

Keine Kommentare

Quasibilanz kurz vor Ende und mehr

Schwer lachen musste ich ja gestern über den gefeierten Durchbruch. Die G8-Mitgliedsstaaten werden eine Halbierung der Treibhausgase bis zum Jahr 2050 ernsthaft in Betracht ziehen.
Oh WOW!
Besser als Udo Vetter kann man das eigentlich gar nicht kommentieren:

"Ich ziehe ernsthaft in Betracht, im Jahre 2050 tot zu sein."

Politisch also eine Niete – wie zu erwarten war.

Aber es gibt natürlich auch sonst immer wieder noch einiges frisches zu lesen.
Behindertenparkplatz: Wo kommen eigentlich die Agenturmeldungen her? (mal was grundsätzliches zur Genese von Pressemeldungen)
Indymedia-Bericht über einen verpatzten Räumeinsatz
Der RAV wird die BILD-Zeitung verklagen
Zappi: Ist das schon der Putsch?
Nerdcore: Zivilsteine
Spiegelfechter: MedienGAU Rostock
Junge Welt: Bericht über eine Ingewahrsamnahme

An anderer Stelle ergeht sich F!XMBR immer noch in Distanzierungsgesuhle. Mit Verlaub, auf dünner Argumentation. Da wird so oft (und gern) über verschiedenes im Web und Blog hergezogen, und das granum salis aus den Medienberichten unterschiedlicher Couleur rauszulesen, klappt nicht? Ich staune.
[Ansonsten soll sich doch bitte jeder distanzieren von was er will, ich distanziere mich auch durch einige Hundert Kilometer von dem ganzen Gipfelzirkus]

Nun ja, wahrscheinlich kommt meine Ansicht der Dinge auch nur aus Schmeichelung meiner Weltanschauung und nicht aus Lektüre verschiedenster Quellen mit stetiger Abwägung was mir gefällt und ich deswegen glauben will.

Dennoch erwarte ich von einem theoretisch existenten "mündigen Medienkonsumenten", dass er aus der Angebotsbreite eines Internets sich genug differenzierte Berichtstrümmer zusammensammeln kann, um sich ein eigenständiges Bild der Lage zu verschaffen. Ein einziges Medium hat da noch nie genügt, und bis zu einem gewissen Grad kann man die Mainstreammedien mittlerweile als ein Konglomerat betrachten, das als einziges Medium agiert. Was letztlich auch auf der Hand liegt. Eine freie Presse ist eine Illusion (siehe auch hier):

Das Gewerbe eines Publizisten ist es vielmehr, die Wahrheit zu zerstören, geradezu zu lügen, zu verdrehen, zu verleumden, zu Füßen des Mammons zu kuschen und sich selbst und sein Land und seine Rasse um des täglichen Brotes willen wieder und wieder zu verkaufen.

Sage natürlich nicht ich, sondern John Swainton (NYT).

Was bleibt einem also zu tun, um zu auch nur eine Ahnung von dem zu bekommen, was wahrscheinlich wirklich passiert ist? Dies lesen, jenes lesen, Tendenzen beachten, und vorsichtig eine Quintessenz bilden. Mag die persönlich sein, ist in Ordnung. Man sollte bloß so ehrlich sein, sich nicht in die Tasche zu lügen. Das aber liegt, wie die Breite der konsumierten Medien und/oder Nachrichten, ganz in den Händen jedes Einzelnen.

Keine Kommentare